Drachenstein, eine kurze Rundreise

Rund ein drittel Drachensteins bildet eine Auenlandschaft, welche die Mark geheißen wird. Sie erstreckt sich von den letzten Ausläufern des dichten Grunewaldes im Nord-Westen, der eine natürliche Grenze zum Herzogtum Timbedien bildet, bis ans Kaskische Meer im Osten. Im Osten wird das flache Land der Mark durch das Gebiet Schellenhain begrenzt. Diese Landschaft ist geprägt durch sanft bewaldete, größtenteils mit Gras überzogene Hügel. Im Westen der Mark bildet das Rothorngebirge eine mächtige Barriere gegen das Kaskische Meer. Diesem länglichen, direkt am Meer liegenden Gebirge entspringen unzählige Quellen, die unzählige Bäche ins Meer beziehungsweise in die Mark rinnen lassen. So entstehen die großen Flüsse im Süden der Mark, die alljährlich zur Zeit der Schneeschmelze über die Ufer treten. Dieses Gebiet ist weiträumig unbewohnt und auch größtenteils unpassierbar und wird schlicht und einfach von der Bevölkerung der Mark die Marschlande geheißen.

Gegend am Grunewald: Der Orden vom geschachtelten Schild ist hier allerorts präsent. Er schützt den Landstrich vor Ungeheuern aus dem Wald und sorgt für eine sichere Grenze Richtung Timbedien. Das leben ist hier etwas rauer, das der Boden nicht ganz so fruchtbar ist wie in Alteran oder Angelmar. Das Volk lebt hier vor allen von der Jagd und der Schweinezucht. Aus dieser Gegend kommen die besten Holzschnitzereien Drachensteins die überall im Lande beliebt sind. Dies reicht von Kunstvollen Objekten wie auch Teller, Löffel oder anderen alltäglichen Dingen.
Eine Besonderheit sind hier die Tieftäler, tragen doch dort die Männer Röcke als Tracht. Woher dieser brauch stammt, ist weitestgehend unbekannt und der Tieftäler hütet dieses Geheimnis wie sein Augapfel.
 

Grunewald: Dieser riesige Wald bildet die nord-westliche Grenze der Mark. Weit dehnt er sich von Westküste zu Ostküste, so dass man ihn durchqueren muss, um in die benachbarten Herzogtümer Timbedien oder Auenmark zu gelangen. Durch den westlichen Teil des Grunewalds zieht sich auch die Reichsstraße nach Timbedien. Der Grunewald wird größtenteils von Elfen bevölkert, welche sich aber nur sehr selten bei den Menschen blicken lassen. Es gibt lediglich zwei kleine Dörfer der Menschen, die Kontakt zu ihnen haben. Zum einen Tieftal, welches am Großen Fluss gelegen ist, und Handel mit dem Volk der Elfen unterhält. Des weiteren wäre noch Niffeln zu erwähnen. Dieses abgeschiedene Dörfchen lebt in engem Kontakt zu den Elfen, und es ist allgemein bekannt, dass hier Fremde nicht gerne gesehen sind. Man könnte sogar behaupten, dass sich die Einheimischen dort sogar fast feindselig gegenüber "Eindringlingen" verhalten. So schön der Grunewald auch aus der Ferne aussehen mag, doch ist er zugleich gefährlich und für jeden unerfahrenen Wanderer undurchdringlich. Sein dichtes Gehölz hat schon so manchen Wagemutigen in die Irre geführt und ihn schließlich seines Lebens beraubt. Auch erzählt man sich von fürchterlichen und wilden Bestien, die in den Tiefen des Grunewaldes ihr Unwesen treiben. Nicht zu verachten sind auch die Elfen, die in ihrer Schönheit und Anmutigkeit dennoch tapfere Krieger sind, und ihr Reich mit aller Entschlossenheit gegen unerwünschte Besucher verteidigen. Wer jedoch trotz allem die Schönheit des Waldes liebt, dem kann man nur empfehlen den Grunewald zu besuchen, auch wenn man sich nicht allzu tief hineinwagen sollte. Tieftal ist und bleibt das schönste Ausflugsziel am Waldesrand. Und wen das Schicksal mit ausgesprochen viel Glück gesegnet hat, wird sogar von einem der Flussschiffer durch den Grunewald mitgenommen. Nur wenige, den Elfen vertraute, Personen schippern den Großen Fluss hinauf durch den Wald.


Gegend am Rothorngebirge: Der Handel mit den karandorianischen Zwergen prägt hier das Leben. Eisenhütten, Schmieden und Manufakturen etlicher Patrizierhäuser sowie Speicher bilden die markante Architektur der Ortschaften. In so manchen Ort am großen Fluss hört man Tag aus und Tagein Hämmerwerke dröhnen. Vor allen viele junge Menschen zieht es in diese Gegend, um Arbeit zu suchen. So leben hier mehr junge Leute als anderswo in Drachenstein und gehen ihren harten Tagwerk in Niffeln oder Gorleben nach.
 

Rothorngebirge: Dieses gewaltige Gebirge, dessen höchste Gipfel bis zu 2000 m über dem Meeresspiegel aufragen, zieht sich an der gesamten Westküste Drachensteins entlang. Das teilweise rötliche Gestein gab dem Gebirge seinen Namen. Jedoch sind weite Teile des Gebirges unerforscht und für Menschen unzugänglich, da sich vor seinen Ausläufern im Norden ein riesiges Sumpfgebiet erstreckt. Lediglich im Westen, wo die Flüsse der Berge noch schmal sind, gelangt man ungehindert zum Gebirge. Hier leben auch einige Zwerge, die ihre Bingen tief ins Gestein gegraben haben. Es existiert noch eine weitere Stelle, an der man in den herrlichen Bergen klettern kann. Ein kleiner Streifen zwischen dem Großen Fluß und den Bergen weit im Osten an der Küste. Hier ist der Boden steinig, so daß hier dem Moor Einhalt geboten wird. Hier findet man auch die kleine Siedlung Trallsky, die man allerdings nur per Schiff erreichen kann.

Auenfeld: Die sanfte Landschaft Auenfelds hat schon viele Künstler wie Dichter, Mater oder Barden angelockt, so das sich rund um und in Nordug viele kleine Künstlersiedlungen etabliert haben. Nicht zuletzt wegen der Schönheit dieser Gegend, sondern auch der Auelfen die hier hausen. Ebenso gelten die Südhänge bei Birntal als das beste Weinanbaugebiet in dieser Region. Das leben ist hier gemütlich, frei und sehr paxagefällig. Der Auenfelder pflegt es zur Mittagszeit zwei Stunden zu ruhen. Jedes Jahr finden hier Bardenwettstreite statt die überall im Lande angekündigt werden. Der Handel wird bestimmt durch den Tausch von Waren zwischen den Menschen und den Auelfen. Vor allen wertvolle Felle und seltene Kräuter bieten die Elfen feil.

Die Mark: Das Leben auf dem Lande ist von bäuerlicher Arbeit geprägt. Dies reicht vom Anbau von Obst, Getreide und Gemüse bis hin zur Viehzucht. Ebenso findet man hier auch etliche Mühlen, egal ob Wind oder Wasser. Einige Handwerker haben sich in dieser Gegend niedergelassen. Handwerker auf dem Lande sind vor allen Leinweber, Spinner und Tuchmacher oder Grobschmiede die Bauern mit einfachen Waren beliefern. Wer Hochwertiges oder gar Ausgefallenes sucht, findet dies in größeren Ortschaften und Städten.
Der fruchtbare Boden der Mark bildet die Grundlage für das gute Leben jedermanns in Drachenstein. Wahren Reichtum haben in der Mark die wenigsten, jedoch ein zumeist Erfülltes und Zufriedenes leben in der Familie. Die meisten Einwohner leben hier in Großfamilien wo mehre Generationen unter einem Dach wohnen. Hier zählt Nachbarschaftshilfe, Zusammenhalt, Fleiß und Ehrlichkeit mehr als eintausend Gold. Städter gelten als etwas eingebildet und geckenhafter, die oft noch nie richtig zugepackt haben. Die ländlichen Häuser bestehn meist aus Stroh, Ziegel und Lehm.

Schellenhain: Sanfte grasbedeckte Hügel erstrecken sich soweit das Auge reicht. Vielle Schelljasippen zieht es in den Wintermonaten in diese Gegend, um ihre Herden Grasen zu lassen. Die Gegend ist bekannt für ihren guten Wein,vor allem die südlichen Ausläufer, Richtung der Mark sind besondere Anbaugebiete. Tiefer in den Hügeln siedeln vor allen die Kender und nur wenige Menschen zieht es dort hin. Aus Schellenhain stammt vor allem Ton, Kalk- und Sandstein. Das leben der Größtenteils ansässigen Winzer verläuft ehr in ruhigeren Bahnen im Gegensatz zu den Steinmetzen die hier hausen. Im Allgemeinen ist die Gegend recht dünn besiedelt.

Rande der Maschlande: Kaum einer wagt es hier zu Siedeln, droht doch die ständige Gefahr von Überfällen aus den Marschlanden. Doch Kupfer und Silber hat so manchen in diese Gegend gelockt. Patrizier bezahlen gute Löhne als Torf- oder Lehmstecher. Fast jeder in Drachenstein heizt im Winter mit Torf aus Sonnengrunden oder Untermarschen. Aus den Lehm werden Ziegeln gebrannt die vor allem zum Bau von Bauerkaten oder Gehöften dienen.
 

Marschlande: Welche Magd und welcher Junge hat noch keine der vielen Schauermären über die Marschlande vernommen? Dieses düstere Sumpfgebiet am Fuße des Rothorngebirges, welches zudem fast immer im Nebel liegt, regt vor allem bei abergläubischen Einwohnern Drachensteins dunkle Fantasien. Gruselgeschichten über böse Hexen, Ghule, Irrlichter und ähnliche Wesenheiten, die im Moor hausen sollen sind weit verbreitet. Nur wenige Mutige wagten sich bisher dort hinein und nur wenige hat man je wiedergesehen. Ich selber traf solch einen einst edlen Recken. Er gibt sich nun nur noch dem Branntwein hin und spült seine Erinnerungen damit weg. Genährt wird der Sumpf vom Großen Fluss und den zahlreichen anderen Bächen, die vom Rothorngebirge herabrinnen.


Südostufer zum kaskischen Meer: Seefischerei mit Stellnetzen und Reusen bestimmen das leben in dieser Region. Fisch ist als Speise sehr begehrt und findet in ganz Drachenstein hohen Absatz, so das die Fischer ein einträgliches Tagwerk nachgehen. Zwar wird immer wieder von Seeungeheuern berichtet, jedoch scheint dies ehr Seemansgarn zu sein. Die Ortschaft Paxastrand liegt in einer gut geschützten kleinen Bucht und bietet einen der herrlichsten Sandstrände des Landes. Man sagt dem Meerwasser in dieser Gegend heilsame Wirkung nach. Bereits seit einigen Generationen unterhält das Herzogsgeschlecht Manister ein Hospital vor allem für jene mit Haut- und Atembeschwerden.

 

 

Reisen in Drachenstein

Die übliche und günstige Reisezeit liegt zwischen Maia und Septander. Dann sind die meisten Wege benutzbar, und es lässt sich mancherorts auch querfeldein wandern oder reiten. Das Straßennetz von Drachenstein ist nicht besonderst dicht. Nur die großen Städte und anliegende Dörfer werden durch herzogliche Kronstraße miteinander verbunden. Solche Käffer wie Tieftal erreicht man nur über Schlammpfade und Straßen die man als solches nicht bezeichnen kann. Im Winter sind sie ganz von der Außenwelt abgeschnitten, und nur wenn ein mutiger Wandersmann, meist eine Herold oder Waldläufer, der nach dem Rechten sieht, haben die Dörfler Kontakt zur Außenwelt. Zweifellos hat die Reise im Winter seinen besonderen Reiz, aber da diese Jahreszeit, trotz der bisweilen atemberaubend und zauberhaft schönen Ausblicke, die sie gewährt auch vielerlei Gefahren birgt, ist davon abzuraten. Hungrige Raubtiere sind da nur das geringste. Im Frühjahr ist das Reisen in Drachenstein auch kein Zuckerschlecken, Schmelzwasser verwandelt das Flachland in Morast und so manches Rinnsal in einen mächtigen Strom. Außerdem sei dem Wandersmann angeraten nur in Gruppen zu reisen, um die Widrigkeiten besser und vor allem sicherer zu ertragen.

Die Verwaltungsprovinzen

Das Herzogtum Drachenstein ist in drei Verwaltungsprovinzen unterteilt. Die Verwaltungsprovinzen umfassen Teile der unterschiedlichen Landschaften Drachensteins. Die erste Provinz trägt den Namen Angelmar, sie umfasst große Gebiete der Mark, als Grenze im Süd-Westen gelten die Marschlande. Die Zweite Provinz trägt den stolzen Namen Alteran. Ganz Schellenhain, sowie Teile Mark bilden Alteran, die Marschlande Grenzen an dieser Provinz. Die dritte Provinz wird Damor genannt. Der Grunewald im Norden und das Rothorngebirge im Westen begrenzen diese Provinz. Jener dort liegender Teil der Mark ist Damor.

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